Konkrete Schritte
1. Das Postulat
Die Ordensausbildung beginnt mit der Aufnahme ins Postulat. Das Postulat dauert mindestens 6 und höchstens 18 Monate. In dieser Zeit kann man selbst und auch die Gemeinschaft prüfen, ob Gott einen speziell in diese Gemeinschaft beruft. Man ist in die Gemeinschaft integriert, betet, arbeitet und lebt zusammen. Ferner gibt es Unterricht in allen wichtigen Elementen des Ordenslebens. Um den Einstieg zu erleichtern gibt es im Kloster die sogenannte Formationsgruppe. Das sind mehrere Professschwestern, die einem als Ansprechpartnerinnen zur Seite stehen. So entsteht im großen Konvent so etwas wie eine kleinere "Familie", was gerade am Anfang sehr hilfreich ist.
2. Das Noviziat
Am Ende des Postulates entscheidet man selbst und der Konvent, ob man den Weg weiterhin gemeinsam gehen möchte. Das Noviziat beginnt mit der Einkleidung und man wird nun auch rein äußerlich erkennen, dass man zu der Gemeinschaft gehört. Nun endlich bekommt man auch den Ordensnamen und die Anrede "Schwester". Es ist ein großer Moment, das Ordenskleid zu empfangen und ganz offiziell "dazu zu gehören". Das Noviziat dauert 2 Jahre.
3. Die zeitliche Profess
Nach den beiden Noviziatsjahren kommt der nächste entscheidende Schritt. Die Schwester wird ihre ersten zeitlichen Gelübde ablegen. Zunächst für ein Jahr. Nach Ablauf dieses Jahres und der nun gefestigten Entscheidung geht es weiter mit der...
4. Trienalprofess
Hierbei wird ein zeitliches Gelübde auf drei Jahre abgelegt. In der Profess schenkt sich die Schwester in freier Hingabe Gott, indem sie die drei benediktinischen Gelübde ablegt: Beständigkeit, klösterlicher Lebenswandel und Gehorsam. Dieses Versprechen bindet sie nun geistlich und auch rechtlich für drei Jahre an die Gemeinschaft und an die benediktinische Lebensform: Darin findet ihre Liebe zu Gott ihren verbindlichen und konkreten Ausdruck. In den folgenden Jahren kann und muss sich diese Entscheidung im Alltag bewähren.
5. Die ewige Profess
Nach Ablauf der drei Jahre bindet sich die Schwester schließlich in der ewigen Profess auf Lebenszeit an die Gemeinschaft ihrer Mitschwestern und an die benediktinische Lebensweise. Ohne Bedingungen und ohne Vorbehalt legt sie auf diese Weise ihr Leben in Gottes Hand, der sie zum klösterlichen Leben beruft. Ihn zu suchen und immer tiefer zu finden, macht ihr Leben aus. Mit der ewigen Profess gehört sie mit allen Rechten und Pflichten zur Gemeinschaft, die mit ihr zusammen in großer Hoffnung unterwegs ist: „Christus dem Herrn entgegen.“
