Germanus (Germain) von Auxerre

Namenstage: Germain

Funktion: Heiliger, Bischof von Auxerre

Gedenktag: 31. Juli

Patronat: gegen Durchfall, Bauchschmerzen, Tollwut, Irrsinn, Meineid

Germanus bzw. Germain von Auxerre gilt als einer der am meisten verehrten Heiligen Frankreichs. Als Sohn aus vornehmemHause wurde er im Jahr 378 in der Stadt Autessiodurum (heute Auxerre, Burgund) geboren und studierte zunächst in Augustodunum (heute Autun, Burgund), und dann später in Rom Rechtswissenschaften. Anschließend wurde er Präfekt in seiner Heimatstadt. Germanus zog sich aus dem politischen Leben zurück, ließ sich in Autessiodurum taufen und wurde zum Priester geweiht. Im Jahr 418 wurde er Nachfolger des Heiligen Amator als Bischof der Stadt. Er stellte sein Vermögen kirchlichen Einrichtungen zur Verfügung und machte sich – gemeinsam mit Martin von Tours (Heiliger) – für das Mönchtum in Gallien stark. In seinem Kampf gegen religiöse Irrlehren reiste er zweimal nach Britannien, um dort den Pelagianismus zu bekämpfen (nach der Lehre des angelsächsischen Mönches Pelagius). Auf einer dieser Reisen lernte er den Heiligen Patrick (späterer Apostel von Irland) kennen, den er schulte und später zum Priester weihte. Germanus starb am 31. Juli 488 in Ravenna. Dorthin war er gereist, um sich für die keltische Bevölkerung in der Bretagne und der späteren Normandie einzusetzen, die ihre Unabhängigkeit von der römischen Herrschaft verkündet und nun mit einer entsprechenden Bestrafung zu rechnen hatte. Das Grab des Germanus und die darauf erbaute Kirche wurden ein bedeutender Wallfahrtsort Frankreichs.

Darstellung: in Jagdkleidung (weil er vor seiner Berufung leidenschaftlicher Jäger war) oder als Bischof im Ornat, oft in Szenen aus dem Leben der hl. Genoveva

Attribute: Mitra, Stab, Drache, erlegtes Wild

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010